Die Chinesische Massage, Zen Jui genannt, ist ein wichtiges Teilgebiet der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Durch gezielte Massage an Akupunkturpunkten wird eine Heilwirkung bei leichten und mittelschweren Erkrankungen erreicht. Sie wird in Asien als Technik für die Selbstbehandlung schon die Schulkinder gelehrt.
Auch im Westen hat man in den letzten Jahren die Vorzüge der TCM erkannt. Das Interesse sowohl für Akupunktur als auch für die westliche Variante der Chinesischen Massage, die Akupressur, und für die japanische Version, das Shiatsu, steigt enorm. Wie wirkt Akupressur? Der medizinische Hintergrund der Akupressur ist der gleiche wie der der Akupunktur. Ein gestörter Fluss der Lebensenergie Qi führt nach Auffassung der TCM zu einem Ungleichgewicht von Yin und Yang und damit zu Erkrankungen. Qi fließt im Körper durch ein Kanalsystem, das aus Meridianen besteht. Durch Stimulation der speziellen Punkte auf diesen Meridianen, der Akupunkturpunkte, kann der Fluss von Qi wieder harmonisiert werden. Bei der Akupunktur macht man dies mit Nadeln, bei der Akupressur durch Drücken und Massieren mit den Fingern. Die Akupressurmassage wirkt ausgleichend auf Energiestörungen der Meridiane. Wann wird Akupressur angewendet? Das Hauptanwendungsgebiet der Akupressur ist die (Selbst-)Behandlung von leichten und mittelschweren Schmerzen, z. B. Kopfschmerzen, Gesichts- und Zahnschmerzen, Nacken- und Schulterschmerzen, Ischialgien und Lumbalgien. Auch viele vegetative und psychosomatische Störungen lassen sich positiv beeinflussen, z. B. Nervosität, innere Unruhe, Schlafstörungen, Verstopfung, Menstruationsstörungen, aber auch Übelkeit, Brechreiz und Seekrankheit. Die Massage erfolgt gezielt mit der Fingerkuppe des Zeigefingers oder des Daumens, bei einigen Punkten mit dem Nagel. Zur Selbstbehandlung sollte man sich von einem Therapeuten einweisen lassen oder die Grundtechniken in einem Kurs erlernen. Hier einige Beispiele Die Akupunkturpunkte sind leicht zu finden und eignen sich sehr gut zur Selbstbehandlung. Sie werden traditionell nach dem Verlauf ihres Meridians nummeriert. Der berühmte Punkt "Dickdarm 4" ist beispielsweise der 4. Punkt auf dem Dickdarmmeridian. Punkt Dickdarm 4 (Hegu): Dies ist der am stärksten schmerzlindernde Punkt im Körper. Anwendung bei allen Schmerzen, besonders am Kopf und im Gesicht. Lage: Auf der Mitte des Muskels zwischen Daumen und Zeigefinger. Anwendung: Kräftige Massage von "Dickdarm 4" für 1-2 Minuten je Seite. Wiederholung nach jeweils 15-30 Minuten, bis die Schmerzen verschwinden. Man sollte kräftig massieren, um ein starkes Druckgefühl an dieser Stelle zu erreichen, jedoch ohne einen Schmerz auszulösen. Punkt Perikard 6 (Neiguan) Dies ist ein wirklich nützlicher Punkt bei Übelkeit, Brechreiz, Erbrechen, Schwindel, Schluckauf, Sodbrennen, Magenschmerzen, Verdauungsbeschwerden und auf Reisen bei Reisekrankheit oder Seekrankheit. Lage: Auf der Innenseite des Unterarms, auf der Mitte zwischen Elle und Speiche, zwischen den beiden hier tastbaren Beugesehnen der Finger, zweieinhalb Fingerbreiten oberhalb der Beugefalte des Handgelenks. Anwendung: Kräftige Massage mit dem Zeigefinger für 1-2 Minuten an beiden Armen, mehrmalige Wiederholung nach jeweils 15-30 Minuten. Die Massage sollte ein starkes, in der Tiefe fühlbares Druckgefühl auslösen. Punkt Herz 7 (Shenmen) Fühlen Sie sich aufgeregt und nervös? Dann kann die Akupressur von "Herz 7" helfen. Dies ist ein stark psychisch beruhigender Punkt. Besondere Wirkung bei innerer Unruhe, Nervosität, psychischen Erregungszuständen, Schlaflosigkeit, Angstzuständen und Herzrhythmusstörungen. Lage: Daumenseits auf der Beugefalte des Handgelenks Anwendung: Kräftiger, massierender Druck mit dem Nagel des Zeigefingers oder des Daumens für 30-60 Sekunden an beiden Handgelenken. Wiederholung nach 15-30 Minuten. Wichtig: Vor jeder Selbstbehandlung durch Akupressur muss eine genaue Diagnose durch den behandelnden Arzt gestellt werden, um zu verhindern, dass schwer wiegende bzw. bösartige Erkrankungen verschleiert oder nicht erkannt werden. Deshalb sollte jede Akupressur zur Selbsthilfe vorher mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Akupressur ist kein Ersatz für eine Akupunkturbehandlung oder konventionelle Therapie, sondern eine Ergänzung und Unterstützung anderer Heilverfahren. |